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Welche Schülerinnen/Schüler kommen zu uns? Das Julianum hat einen großen Adressatenkreis bei seiner Schülerschaft. Grundsätzlich werden Jungen (ab der 4.Klasse) und Mädchen (ab der 4. Klasse) aufgenommen, die eine Haupt- oder weiterführende Schule besuchen, zu denen wir auch Berufsfachschulen zählen. Die Altersspanne umfasst somit Kinder und Jugendliche vom 9. bis ca. 20. Lebensjahr. Nicht aufgenommen werden Schüler/innen, die einer besonderen fachlichen Betreuung bedürfen (z. B. Schüler mit Lern- oder Verhaltensstörungen bzw. –auffälligkeiten). Bei Anfragen sind wir aber gerne bereit, Hilfestellungen bei der Suche nach geeigneten Einrichtungen zu geben. Körperbehinderte Schüler können wir leider aufgrund mangelnder technischer Vorrichtungen (Lift, Rampen etc.) zur Zeit nicht aufnehmen. Unsere Schüler/innen kommen aus dem gesamten süddeutschen Raum, sowie aus Hessen und Thüringen, wobei jüngere Schüler bis einschließlich zur 10. Klasse aus einem Umkreis kommen sollten, wo eine wöchentliche Heimfahrt möglich ist. Gründe, warum Eltern bei uns nach einem Internatsplatz anfragen, können verschiedener Natur sein: Probleme in der Schule, Berufstätigkeit beider Eltern, innerfamiliäre Spannungen, intensivere Kontaktsuche von Einzelkindern mit Gleichaltrigen, eigener Wunsch von Jugendlichen, eigene Internatserfahrung der Eltern. Das Julianum versteht sich immer als Familie unterstützende, nie als Familien ersetzende Institution. Welche Leitlinien und Ziele gestalten unsere Arbeit? Das Julianum ist kein Wohnheim, sondern stellt sich als Internat das Ziel neben Verpflegung und Unterbringung eine gezielte Förderung der gesamten Persönlichkeit eines jeden/jeder Schülers/Schülerin zu erreichen. Dabei steht das Erlernen der Arbeitsfähigkeit, die Einübung des Zusammenlebens in einer Gruppe Gleichaltriger, der soziale Einsatz sowie die Entwicklung einer religiösen Werthaltung und die Ausbildung der individuellen Fähigkeiten (Musik, Gestaltung usw.) im Mittelpunkt unserer Erziehung. Um dies erreichen zu können, werden die Schüler/innen des Vollzeitinternats und Tagesheimes in Gruppen (von ca. 10 bis 15 Schülern) betreut, für die ein/e Erzieher/in als ständige Bezugsperson da ist. Dadurch wird ein persönliches, vertrautes Erziehungsklima möglich, das die Förderung des Einzelnen begünstigt. Darüber hinaus bildet der Seminardirektor mit seiner Familie den Kern der Seminargemeinschaft, die durch gegenseitiges Vertrauen, Respekt und Offenheit geprägt sein soll. Ziel unserer Arbeit ist die umfassende Ausbildung junger Menschen, die über das bloße Erreichen schulischer Abschlüsse hinaus reicht. Dabei geht es um das Einüben der traditionellen humanen Haltungen abendländischer Tradition, aber auch um die kritische Offenheit für Neuentwicklungen wie den verantwortlichen Umgang mit der Technik oder der Verantwortung für die Umwelt. Jeder soll in seiner Individualität ernst genommen werden, aber auch in seiner sozialen Verantwortung gefordert werden. a) Motto des Erziehungskonzepts Erziehung ist ein vielseitiges und komplexes Geschehen. In der modernen Gesellschaft wirken viele Erzieher mit. Dabei sollten zunächst keine Faktoren (z. B. Medien, Peer groups) grundsätzlich ausgeschlossen werden. . Der Jugendliche soll die Möglichkeit haben, verschiedene Lebensstile zu er-„fahren“. Es muss aber so etwas wie eine Richtlinienkompetenz geben, die in diesem Fall auf dem Hintergrund der Zusammenarbeit von Elternhaus jeweiliger Schule und Internat entwickelt wird. Verantwortliche Erziehung ist dabei stets wertorientiert. Jugend braucht deshalb Anhaltspunkte und Hilfestellungen, die nicht nur Verhaltensmuster schmackhaft machen, sondern auch einfordern soll: Fördern und Fordern bedingen sich gegenseitig. b) Pädagogisches und religiöses Profil Das pädagogische Profil unserer Einrichtung zeigt sich in den jeweiligen Lernsituationen, denen der junge Mensche begegnet, ob es sich dabei um schulisches, soziales oder sogenanntes Leben lernen geht. Der Direktor und die Erzieher/innen verstehen sich dabei als Begleiter und Anleiter der jungen Menschen. Konkret heißt das: Im Studienbereich führen sie Aufsicht, sorgen für eine gute Arbeitsatmosphäre, kontrollieren die erledigten Aufgaben, erklären nicht verstandenen Stoff, fragen ab und beraten die Schüler/innen bei Lernschwierigkeiten. Bei schlechten schulischen Leistungen werden zusätzliche Hilfen angeboten in Form von Förderkursen in den Kernfächern, in denen in Einzelarbeit oder sehr kleinen Gruppen unter Anleitung einer Fachkraft die Lücken und Mängel in diesem Fach aufgearbeitet werden sollen. Dabei bauen wir auf eine zunehmende Eigenständigkeit und Verantwortung des jungen Menschen.. So etwa teilt sich die Oberstufe (11.-13. Klasse) ihre Arbeitszeit am Nachmittag und Abend selbst ein. Der regelmäßige Kontakt zwischen Erziehern und Lehrern bildet eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches Arbeiten. Soziales Lernen vollzieht sich im täglichen Miteinander von Schülern untereinander und zwischen Erziehern und Schülern. Es gilt seine Stärken und Schwächen zu erkennen um seinen Platz in der Gruppe und Gemeinschaft zu finden. Der Jugendliche soll Kommunikationsfähigkeiten, Teamfähigkeit und den richtigen Umgang mit Konflikten lernen, aber auch Aufgaben für die Gemeinschaft übernehmen. Die Schule vermittelt stets nur einen Teil der Bildung, nämlich das Wissen. Neben der kognitiven und emotionalen Bildung – wie gerade beschrieben - spielen aber auch die kreativen Fähigkeiten eine wichtige Rolle bei der Entwicklung einer Gesamtpersönlichkeit. Individuelle Interessen und Hobbys stellen ein tragendes Element einer gelungenen Lebensführung dar. Aus diesem Grund bieten wir abwechselnd Sportneigungsgruppen (z. B. Fußball, Volleyball, Basketball, Schwimmen) und Kurse im Gestaltungsbereich (Kochen, Basteln, Theater, Spiele usw.) an. Daneben besteht die Möglichkeit, durch Musiklehrer Instrumentalunterricht zu erhalten. Neben diesen sportlichen und musischen Freizeitangeboten soll auch das Lesen als eine unverzichtbare Form der persönlichen Weiterbildung gefördert werden. Unsere Einrichtung ist zwar kein von der Kirche getragenes Internat, sie wird aber nach wie vor von der christlichen Tradition und deren Werten geprägt. Gebet, Meditation, Gespräche über Gott und die Suche nach dem Sinn im Leben gehören zu unserem Alltag. Unsere Gottesdienste an den Elterntagen bilden einen Höhepunkt unserer Feste und Feiern. Das Einüben von Toleranz gegenüber anderen Auffassungen und Haltungen stellt ebenso ein wichtiges Ziel der religiösen Erziehung dar.
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